BoarControl

BoarControl ist ein neues Projekt, bereits programmiert und aktuell (Stand Januar 2018) im bislang erfolgreichen Testbetrieb – (siehe Update unten).

Was ist BoarControl?

Kirrungsautomaten für Schwarzwildkirrungen gibt es viele, auch sehr gute. Es mangelt aber allen an “Intelligenz”. Die Automaten werfen stur jeden Tag an ein, zwei, vielleicht auch mehr Zeitpunkten eine gewisse Menge Kirrungsmaterial aus. Unabhängig davon, ob Sauen an der Kirrung waren oder nicht.

Daraus resultiert, nach vielen Landesjagdgesetzen, auch ein juristisches Problem:

In vielen Landesjagdgesetzen ist die maximale Menge, die an einer Kirrung liegen oder bereit stehen darf, beschränkt. Zum Beispiel auf einen Liter oder ein Kilo oder … Wirft der Automat nun stur, jeden Tag einen halben Liter aus, liegt spätestens am dritten Tag mehr an der Kirrung als es die Landesjagdgesetze erlauben.

Aber eigentlich muss der Automat jeden Tag ein bisschen laufen, um Maissschwund durch Mäuse oder auch Singvögel zu kompensieren. Natürlich könnte man, wenn Sauen an der Kirrung waren, hinfahren und per Hand nachwerfen, aber das sorgt für Unruhe im Revier, ist nicht gerade umweltfreundlich und für viele Jäger ist es schlicht zeitlich, gerade in den dunklen Monaten möglich.

BoarControl ist ein Ausweg aus diesem Dilemma. Es ersetzt die mitgelieferte Elektronik aus handelsüblichen Kirrungsautomaten. Der Motor und die Batterie des Motors werden an BoarControl angeschlossen, leider bekommt BoarControl eine eigene Batterie, die allerdings eine Laufzeit von ca. 40 Tagen hat (siehe Update unten). Spätestens dann muss man sowieso zur Kirrung, um den Eimer von BoarControl wieder aufzufüllen.

Wie funktioniert BoarControl?

BoarControl besteht aus drei  vier (siehe Update unten)handelsüblichen Elektronik-Modulen, die aufeinandersteckt werden. Die Lötarbeiten sind in einer halben Stunde erledigt, neben den Steckerleisten der Module sind nur 4 Drahtbrücken einzulöten. Ein Modul steuert den Motor an, das zweite Modul ist eine Echtzeituhr, die BoarControl regelmäßig aufweckt und das dritte Modul enthält einen kleinen Prozessor und ein GPRS-Modul.

Dieses GPRS-Modul wird mit einer handelsüblichen SIM-Karte bestückt.

BoarControl funktioniert dann wie folgt:

  • Es “wacht” jeden Tag zu einer Zeit, die man per SMS definieren kann, auf.
  • Es holt alle SMS, die ihm seit seinem letzten Aufwachen gesendet wurden, ab.
  • Es liest die SMS und interpretiert sie.
  • Es arbeitet die SMS ab.
  • Es lässt den Kirrungsautomaten laufen.

Was kann man mit den SMS steuern?

Über verschiedene SMS kann man BoarControl konfigurieren oder zusätzliche Fütterungsaktionen veranlassen, Beispiele:

  • Mit einer SMS “SETTIME:07:02:2018:11:20” wird Datum und Uhrzeit von BoarControl auf den 7.2.2018, 11:20 Uhr gesetzt.
  • Mit einer SMS “DAILY:7” wird die tägliche (ab sofort und für die Zukunft) Laufzeit des Automaten auf 7 Sekunden gesetzt.
  • Mit einer SMS “FEED:5” wird BoarControl angewiesen, beim nächsten Aufwachen zusätzlich (!) zur täglichen Laufzeit 5 Sekunden zu laufen.
  • Mit einer SMS “STATUS:1” wird BoarControl angewiesen, beim nächsten Aufwachen eine komplette Status-SMS zu schicken, in der alle Konfigurationsdaten enthalten sind.
  • Mit einer SMS “ALARMSMS:1” wird  BoarControl umkonfiguriert, so dass ab sofort täglich eine kurze SMS mit den wichtigsten Informationen geschickt wird, an eine Nummer, die man…
  • mit einer SMS “SMSNUM:01245689765” definieren kann (mit der SMS “ALARMSMS:0” kann man dies wieder ausschalten).
  • Mit einer SMS “ALARMCALL:1” wird  BoarControl umkonfiguriert, so dass ab sofort täglich eine kurze Anruf an eine Nummer abgesetzt wird, die man…
  • mit einer SMS “SMSCALL:01234567890” definieren kann (mit  der SMS “ALARMCALL:0” kann man dies wieder ausschalten).

Was kosten die Teile für BoarControl?

Zugegeben, die erforderlichen Elektronikteile sind nicht ganz billig. Für eine BoarControl-Installation (also pro Kirrung) muss man mit reinen Elektronikkosten von ca. 100 € rechnen. Hinzukommt noch der Kirrungsautomat (ca. 75 – 100 € plus Batterie à 20,00 €) und ein kleines Fass für den Mais (ca. 20 Euro).

In Summe kostet die höhere Bequemlichkeit und die bessere Versorgung der Kirrung ca. 220 – 250 €. Eventuell braucht man noch pro Kirrung 1-2 18650er-Akkus und ein hierfür geeignetes Ladegerät. (siehe Update unten)

Wann ist BoarControl verfügbar?

BoarControl ist im Moment “im Testbetrieb” an zwei, bald an drei Kirrungen. Dieser läuft nun zwei Wochen fast reibungslos. Nur die zunächst ausgewählten Echtzeitmodule scheinen nicht die beste Wahl zu sein, hier werde ich demnächst auf bessere wechseln. Die Umprogrammierung wird allerdings keine Schwierigkeiten mehr machen. Auch der Energieverbrauch ist schon akzeptabel, er liegt bei ca. 2 % pro Tag bei zwei 2200 mAh-18650-Akkus.  (siehe Update unten)

Im Ergebnis wird die Bereitstellung der Baupläne und der Software wohl Ende Februar / Anfang März erfolgen.

Welche Module kommen zum Einsatz?

Es kommen im Moment drei Module zum Einsatz:

Darüber hinaus noch ein paar Kleinteile wie Steckerleisten, Batteriehalter, ein Anschlusskabel für die Batterie, eine Knopfzelle für die Echtzeituhr, u.ä. Hier werde ich eine “Einkaufsliste” zusammenstellen.

Update 14.02.2018

Die erste Version mit zwei Batterien (6V Batterie und 18650er Akkus) läuft nun seit 6 Wochen reibungslos im Testbetrieb an einer Kirrung, auch mit dem oben angegeben Uhrenmodul.

Die zweite Version verzichtet nun auf die 18650er-Akkus und kommt nur mit einer Batterie (6V Bleigel Batterie, z.B. Panasonic LC-R064R5P ), die sowohl BoarControl als auch den Motor für den Streuer versorgt. Hierbei wird ein zusätzliches Modul zur Spannungsumwandlung genutzt (POLOLU ADJUSTABLE 4-12V STEP-UP/STEP-DOWN VOLTAGE REGULATOR S18V20ALV) Diese Version läuft seit 3 Wochen reibungslos im Testbetrieb an einer Kirrung.

Die neueste, dritte Version beinhaltet zusätzlich zur Nutzung einer Batterie zwei bisher ungeplante Features:

  • Als erstes über eine Batterieüberwachung der 6V Bleigelbatterie.
  • Als zweites verfügt es nun über eine Art “Sauenhandy”. Ein kleiner, preisgünstiger Sensor (ca. 1 €), der mit BoarControl verkabelt wird, kann zur Detektion von Aktivitäten an der Kirrung, beispielsweise integriert in einen “Minimahlbaum”, genutzt werden. Sobald eine Aktivität festgestellt wird, wird die Hardware von BoarControl genutzt, um optional via SMS oder optional via Anruf diese dem Jäger zu signalisieren.

Diese Version läuft diese Woche noch im Testbetrieb auf dem Wohnzimmertisch, wird aber am Wochenende in den Realtestbetrieb an eine Kirrung gebracht.

Die letztgenannten Features sind optional, man kann sie nutzen, muss aber nicht.

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